Meine 3 glutenfreien Stärken: So tauschst du sie aus
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich am Anfang vor einem Rezept saß und Tapiokastärke auf der Zutatenliste stand. Ich hatte keine zuhause, aber ich hatte Kartoffelstärke sowieso schon immer verwendet. Tausche ich das einfach aus? Geht das gut? Ich hatte keine Ahnung, und das Internet hat mir damals auch nicht wirklich geholfen.
Die gute Nachricht: Ja, es geht gut. Kartoffelstärke, Maisstärke und Tapiokastärke machen beim glutenfreien Backen im Grunde dasselbe. Sie binden den Teig, geben dem Gebäck seine Struktur und sorgen für eine angenehme Konsistenz. Und sie lassen sich in meinen Rezepten wirklich 1:1 gegeneinander tauschen.
Das ist der zweite Teil meiner Tausch-Reihe. Nach den drei Basismehlen geht es heute um die drei glutenfreien Stärken, die in meiner Küche immer vorhanden sind. Das ist gleichzeitig die Frage die mir meine Follower am häufigsten stellen: Kann ich die Stärken einfach tauschen? Ja, kannst du.

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Diese drei Stärken tauchen in meinen Rezepten immer wieder auf: Kartoffelstärke, Maisstärke und Tapiokastärke. Alle drei lassen sich 1:1 gegeneinander tauschen. Das ist vor allem dann wertvoll, wenn du eine davon nicht verträgst oder gerade nicht zur Hand hast.
Wenn du also in einem meiner Rezepte Tapiokastärke siehst und denkst "die habe ich gerade nicht" oder "die vertrage ich nicht so gut", kein Stress. Einfach durch Kartoffelstärke oder Maisstärke ersetzen und andersrum. Es funktioniert super gut, versprochen.

Die 3 Stärken im Überblick
Kartoffelstärke
Kartoffelstärke wird aus den Stärkekörnern der Kartoffelknolle gewonnen und ist von Natur aus glutenfrei. Sie ist ein weißes, sehr feines Pulver und der Klassiker in der deutschen Küche, den die meisten schon zuhause haben.
Geschmacklich ist Kartoffelstärke völlig neutral und beeinflusst den Eigengeschmack deines Gebäcks nicht. Sie verkleistert bereits bei ca. 62,5°C und beginnt damit früher im Backprozess zu binden als Maisstärke. Das macht sie besonders wertvoll im Hefeteig, wo sie dem Teig schon in der Anfangsphase des Backens Stabilität und Struktur gibt. Sie hat außerdem eine sehr gute Bindekraft und sorgt für eine angenehm elastische Krume.
Wichtig beim Kauf: Prüfe die Verpackung auf Hinweise zu Kreuzverunreinigungen. Kartoffelstärke selbst ist glutenfrei, kann aber in manchen Produktionen mit glutenhaltigen Produkten in Berührung kommen. Bei Zöliakie immer auf das Glutenfrei-Symbol achten. Und bitte nicht mit Kartoffelmehl verwechseln, das ist was anderes. Leider schreiben das manche Hersteller falsch auf die Verpackung, daher bitte immer die Zutatenliste genau checken ob es tatsächlich Stärke ist.
Maisstärke
Maisstärke ist die wohl bekannteste Stärke überhaupt und in fast jedem Haushalt vorhanden. Sie wird aus dem Maiskorn gewonnen und enthält von Natur aus kein Gluten. Im Backen macht sie Teige schön locker und luftig, weshalb sie besonders gut für Biskuitböden, Kuchen und Kekse geeignet ist.
Geschmacklich ist sie wie die Kartoffelstärke sehr neutral. Sie aktiviert bei höheren Temperaturen als Kartoffelstärke, erst ab ca. 82°C, und wirkt dadurch im Ofen auflockernd. Das ist der Grund warum ich in meinem Hefeteig gerne beide halb halb mische: die Kartoffelstärke stabilisiert früh, die Maisstärke lockert bei hoher Hitze auf. Das Ergebnis ist ein Gebäck das sowohl Struktur hat als auch schön locker wird.
Auch hier gilt: Maisstärke ist zwar von Natur aus glutenfrei, aber bitte trotzdem auf die Verpackung achten. Bei Zöliakie immer ein Produkt wählen, das explizit als glutenfrei ausgewiesen ist, um Kreuzverunreinigungen sicher auszuschließen.
Tapiokastärke
Tapiokastärke wird aus der Maniokwurzel gewonnen und ist von Natur aus glutenfrei. Sie ist etwas feiner in der Textur als Kartoffelstärke und hat eine leicht elastische, bindende Wirkung, die Gebäck besonders geschmeidig macht.
Geschmacklich ist Tapiokastärke komplett neutral und hat keinen Eigengeschmack. Sie sorgt für eine angenehm glatte Konsistenz und eignet sich hervorragend für alle meine Brot- und Brötchenrezepte, aber auch für süße Backwaren.
Tapiokastärke ist von Natur aus glutenfrei. Auch hier bitte beim Kauf auf das Glutenfrei-Symbol auf der Verpackung achten, da Kreuzverunreinigungen durch die Verarbeitung in gemischten Betrieben möglich sind. Das ist bei Zöliakie nicht verhandelbar.

Welche Stärke wann?
Mein Tipp: Alle drei Stärken kannst du in meinen Rezepten 1:1 tauschen. Wenn du eine Stärke nicht verträgst oder gerade nicht zuhause hast, greif einfach zur nächsten. Das Ergebnis kann sich minimal in der Konsistenz unterscheiden, funktioniert aber immer. So bist du beim glutenfreien Backen nie aufgeschmissen.

Rezepte mit diesen Stärken
Teil 1 der Reihe: Meine 3 glutenfreien Basismehle
Du willst auch wissen welche Mehle du 1:1 tauschen kannst? Im ersten Teil der Reihe erkläre ich dir Buchweizenmehl, glutenfreies Hafermehl und Kichererbsenmehl. Zum Artikel: Meine 3 glutenfreien Basismehle
Süßes Rezept: Luftiger glutenfreier Biskuitboden
Ein Rezept in dem Stärke eine ganz zentrale Rolle spielt. Locker, luftig und ohne Fertigmischung — und du kannst alle drei Stärken darin verwenden. Zum Rezept: Luftiger glutenfreier Biskuitboden
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